Aggressionsmanagement

Aggressionsmanagement in der Pflege

Wenn Patientinnen, Bewohner oder Angehörige laut werden, entscheiden oft Sekunden. Aggressionsmanagement heisst: Situationen früh erkennen, sicher handeln und danach gemeinsam daraus lernen.

Was ist Aggressionsmanagement?

Aggressionsmanagement ist der geplante Umgang einer Institution mit Aggression und Gewalt. Es geht dabei nicht in erster Linie um Abwehrtechniken, sondern um Haltung, Kommunikation und klare Abläufe im Team. Wer weiss, wie Aggression entsteht und verläuft, kann früher eingreifen und viele Situationen beruhigen, bevor sie kippen.

Warum gerade in der Pflege?

Pflege bedeutet Nähe. Menschen sind krank, haben Schmerzen, Angst oder sind durch eine Demenz oder ein Delir verwirrt. Dazu kommen Wartezeiten, Abhängigkeit und überforderte Angehörige. Aggression richtet sich dann oft gegen die, die am nächsten sind: die Pflegenden. Das belastet Teams, führt zu Ausfällen und nicht selten zu Kündigungen. Aggressionsmanagement schützt deshalb beide Seiten, die Betroffenen und die Mitarbeitenden.

Die drei Ebenen

1

Vorbeugen

Frühwarnzeichen kennen, Abläufe und Umgebung so gestalten, dass weniger Druck entsteht, und im Team klare Absprachen treffen.

2

Deeskalieren

In der akuten Situation mit Worten, Körpersprache und Abstand beruhigen, Sicherheit schaffen und rechtzeitig Hilfe holen.

3

Nachbereiten

Betroffene Mitarbeitende unterstützen, den Vorfall gemeinsam besprechen und daraus für die nächste Situation lernen.

Deeskalation: Was in den ersten Sekunden hilft

Allgemeine Grundsätze. Sie ersetzen kein Training, in dem das Verhalten geübt wird.

Aggression bei Demenz

Bei Menschen mit Demenz ist Aggression oft kein Angriff, sondern ein Ausdruck von Angst, Schmerz oder Überforderung. Wer das Verhalten als Botschaft versteht, findet andere Wege: eine ruhige Umgebung, eine verlässliche Tagesstruktur, Wissen über die Lebensgeschichte und Zeit statt Druck. Anja Cerrito leitet seit 2012 eine geschlossene Demenzabteilung und bringt diese Erfahrung direkt in ihre Schulungen ein.

Erfahrung aus der Praxis

Angebot für Institutionen Entwurf

Schulung im Team

Grundlagen und praktische Übungen, abgestimmt auf Ihre Abteilung und Ihre häufigsten Situationen.

Referat

Für Weiterbildungen, Fachtagungen und Teamanlässe. Anschaulich, mit Beispielen aus der Praxis.

Fallbesprechung

Nach einem Vorfall gemeinsam verstehen, was passiert ist, und was das Team künftig anders macht.

Schulung anfragen

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Deeskalation und Aggressionsmanagement?

Deeskalation ist ein Teil davon: das Beruhigen einer akuten Situation. Aggressionsmanagement umfasst zusätzlich die Vorbeugung und die Nachbereitung im Team.

Für wen ist eine Schulung in Aggressionsmanagement?

Für Pflege- und Betreuungsteams in Spitälern, Heimen, der Spitex und der Psychiatrie, aber auch für Teams mit viel Kundenkontakt.

Wie lange dauert eine Schulung?

Nach Absprache, vom Referat bis zur Schulung über einen ganzen Tag. Die Inhalte werden auf die Situation Ihres Teams abgestimmt.

Findet die Schulung bei uns statt?

In der Regel ja, bei Ihnen vor Ort. So üben alle in der Umgebung, in der die Situationen tatsächlich entstehen.